Sprachlernkurs für Erwachsene: Was tun, wenn man als Erwachsener im Beruf Englisch lernen oder seine Sprachkenntnisse noch aufbessern will?
In vielen Berufen wird Englisch mehr oder minder vorausgesetzt. Was tun, wenn man als Erwachsener im Beruf Englisch lernen oder seine Sprachkenntnisse noch aufbessern will?
In jeder Hinsicht das Beste ist sicherlich, wenn der Arbeitgeber Sprachkurse in sein eigenes Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter aufnimmt. Nicht nur, weil es den Arbeitnehmer dann nichts kostet,
sondern auch, weil es auf die besonderen Anforderungen der Tätigkeit zugeschnitten ist: Die richtige Fachsprache, die Kommunikation im Unternehmen zum Beispiel.
Englisch ist heute mehr oder weniger unverzichtbar – über dessen Notwendigkeit muss nicht mehr diskutiert werden. Die EU-Kommission betont, dass jeder EU-Bürger neben seiner Muttersprache noch zwei weitere Sprachen beherrschen sollte. Bei ihr stehen die wirtschaftlichen
Ziele im Vordergrund: Wenn man sich auf neuen Märkten bewegen will, ist Sprachkenntnis ein sicherer Wettbewerbsvorteil.
Früher waren neben Englisch die europäischen Verkehrssprachen wichtig: Französisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Das hat sich geändert:
Nach Englisch ist Mandarin, also die chinesische Hochsprache, zur wichtigsten Sprache geworden, Russisch ist für die osteuropäischen Märkte wichtig, Spanisch ist weiter Weltsprache in Lateinamerika und in vielen Regionen in der dritten Welt.
Abendkurs oder Fernlehre?
Man kann eine Sprachreise buchen– sicherlich die intensivste Art zum Lernen oder Auffrischen einer Fremdsprache. Man kann einen Sprachkurs besuchen – an der Volkshochschule, bei einem kleinen Bildungswerk oder bei einer der großen kommerziellen Sprachschulen. Es gibt Online-Sprachkurse im Internet und schließlich CDs für Computerkurse. Das Angebot ist kaum überschaubar. Wie findet man das Richtige für sich
heraus?
Kein Kurs war wirklich gut
Die Stiftung Warentest hat die Angebote von Sprachschulen und Volkshochschulen untersucht und zwar Spanisch für Anfänger und Englisch für Fortgeschrittene und die Tester haben sich Online-Sprachkurse angeschaut.
Untersucht wurden Präsenzkurse in Englisch für Fortgeschrittene, also Kurse, zu denen man sich in Gruppen mit einem Sprachlehrer trifft. Die Tester unterschieden zwischen großen überregionalen und regionalen Anbietern. Die Überregionalen sind sämtlich private Firmen, die Abendkurse anbieten. Keiner der Anbieter konnte die Qualitätsstufe „Gut“ erreichen. Meistens hapert es an der Kursdurchführung, das heißt, dass die Lehrmethoden selten über das Durcharbeiten der Materialien und ein Lehrer-Schüler-Gespräch hinaus gingen. Vernachlässigt wird die Vermittlung auch von Sprech- und Schreibfähigkeiten. Besonders kritisiert wird, dass wenig Wert auf interkulturelle Kompetenzen gelegt wird, also auf die „weichen Faktoren“, die gerade für das erfolgreiche Bewegen im fremden Sprachraum, für das Knüpfen von Kontakten wichtig sind. Und die Teilnehmer werden nicht genügend beraten, wie sie nach dem Kurs weiter arbeiten können, um ihre Sprachfähigkeiten weiter zu pflegen.
Volkshochschulen sind nicht schlecht
Unter den regionalen Anbietern sind auch die Volkshochschulen. Sie sind deutlich preiswerter als kommerzielle Anbieter. Und die Qualität muss nicht schlechter sein. Woran es dort offensichtlich hapert, ist die Beratung und ein einführender Test, das heißt, die Auswahl des richtigen auf den individuellen Kenntnisstand und das angestrebte Level zugeschnittenen Kurses.
Darauf soll man aber bei der Auswahl des Anbieters von Sprachkursen besonders achten, meinen die Warentester: Welche Voraussetzungen bringe
ich mit? Wo will ich hin? Welche Ziele hat der Kurs und wie passt das zusammen?
Fernlehrangebote
Für Menschen, die wenig Zeit haben, die abends nicht aus dem Haus können, weil sie kleine Kinder zu betreuen haben oder die viel unterwegs sind, bieten sich Fernlehrkurse an. Man bekommt Kursmaterialien nach
Hause geschickt, entweder als Lehrbriefe oder als CD, man arbeitet sie allein durch und schickt die Ergebnisse an die Kurszentrale. Das Testergebnis hierbei ist noch schlechter als bei den Präsenzkursen.
Fazit der Tester: Die Kurse sind teuer, sie kosten zwischen 500 und 1500 Euro, das Lernen zuhause ist mühsam und macht wenig Spaß. Schon die einführende Beratung fällt meistens aus. Die fachliche Qualität der
meisten der sechs getesteten Anbieter wird schlecht bewertet. Die Lehrbriefe setzen auf das Pauken von Vokabeln und Grammatik. Der Kontakt zu den Fachbetreuern ist mäßig.
Besonderer Mangel der Fernlehrkurse: man lernt nicht richtig Sprechen. Lediglich bei einem Anbieter konnte man telefonisch Konversation mit einem Betreuer üben. Da hinken die Fernlehrinstitute erheblich hinter den technischen Möglichkeiten her, die das Internet bietet.
PC-Kurse
Getestet wurde auch Sprachlernsoftware. Da gibt es immerhin das ganze Spektrum von guter bis mangelhafter Software. Sie bietet den Lernwilligen genauso wie die Fernkurse zeitliche Flexibilität – man kann lernen wann man will. Nur der Druck dahinter ist geringer. Man hat
überhaupt keinen Ansprechpartner, der die Leistungen überprüft oder den man um Rat fragen kann. Dafür kosten sie nur einen Bruchteil des Fernlehrkurses, etwa zwischen 20 und 50 Euro.
Lieber PC-Kurse als Fernlehre
Der Rat der Warentester: Das Lernen in der Gruppe ist, bei allen Qualitätsmängeln, dem Lenen allein zuhause vorzuziehen. Wenn man aber mehr Flexibilität braucht und allein zuhause lernen will, so sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis die PC-Lernprogramme den teureren und nicht unbedingt besseren Fernlehrkursen vorzuziehen.
Literatur:
Die vollständigen Tests sind abgedruckt in dem test-Spezial-Heft „Sprachen Lernen“. Wenn man es nicht am Kiosk oder in der Buchhandlung bekommt, kann man es direkt bestellen. www.test.de
Informationen über Sprachenlernen für den Beruf wurden auf der Konferenz „Sprachen und Beruf 2008“ am 22./23. April in Düsseldorf gesammelt und ausgetauscht. Über deren Homepage kommt man an weitere Informationen,
auch über Sprachkursanbieter für berufliche Zwecke:
www.sprachen-beruf.com Quelle: Leonardo

In jeder Hinsicht das Beste ist sicherlich, wenn der Arbeitgeber Sprachkurse in sein eigenes Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter aufnimmt. Nicht nur, weil es den Arbeitnehmer dann nichts kostet,
sondern auch, weil es auf die besonderen Anforderungen der Tätigkeit zugeschnitten ist: Die richtige Fachsprache, die Kommunikation im Unternehmen zum Beispiel.
Englisch ist heute mehr oder weniger unverzichtbar – über dessen Notwendigkeit muss nicht mehr diskutiert werden. Die EU-Kommission betont, dass jeder EU-Bürger neben seiner Muttersprache noch zwei weitere Sprachen beherrschen sollte. Bei ihr stehen die wirtschaftlichen
Ziele im Vordergrund: Wenn man sich auf neuen Märkten bewegen will, ist Sprachkenntnis ein sicherer Wettbewerbsvorteil.
Früher waren neben Englisch die europäischen Verkehrssprachen wichtig: Französisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Das hat sich geändert:
Nach Englisch ist Mandarin, also die chinesische Hochsprache, zur wichtigsten Sprache geworden, Russisch ist für die osteuropäischen Märkte wichtig, Spanisch ist weiter Weltsprache in Lateinamerika und in vielen Regionen in der dritten Welt.
Abendkurs oder Fernlehre?
Man kann eine Sprachreise buchen– sicherlich die intensivste Art zum Lernen oder Auffrischen einer Fremdsprache. Man kann einen Sprachkurs besuchen – an der Volkshochschule, bei einem kleinen Bildungswerk oder bei einer der großen kommerziellen Sprachschulen. Es gibt Online-Sprachkurse im Internet und schließlich CDs für Computerkurse. Das Angebot ist kaum überschaubar. Wie findet man das Richtige für sich
heraus?
Kein Kurs war wirklich gut
Die Stiftung Warentest hat die Angebote von Sprachschulen und Volkshochschulen untersucht und zwar Spanisch für Anfänger und Englisch für Fortgeschrittene und die Tester haben sich Online-Sprachkurse angeschaut.
Untersucht wurden Präsenzkurse in Englisch für Fortgeschrittene, also Kurse, zu denen man sich in Gruppen mit einem Sprachlehrer trifft. Die Tester unterschieden zwischen großen überregionalen und regionalen Anbietern. Die Überregionalen sind sämtlich private Firmen, die Abendkurse anbieten. Keiner der Anbieter konnte die Qualitätsstufe „Gut“ erreichen. Meistens hapert es an der Kursdurchführung, das heißt, dass die Lehrmethoden selten über das Durcharbeiten der Materialien und ein Lehrer-Schüler-Gespräch hinaus gingen. Vernachlässigt wird die Vermittlung auch von Sprech- und Schreibfähigkeiten. Besonders kritisiert wird, dass wenig Wert auf interkulturelle Kompetenzen gelegt wird, also auf die „weichen Faktoren“, die gerade für das erfolgreiche Bewegen im fremden Sprachraum, für das Knüpfen von Kontakten wichtig sind. Und die Teilnehmer werden nicht genügend beraten, wie sie nach dem Kurs weiter arbeiten können, um ihre Sprachfähigkeiten weiter zu pflegen.
Volkshochschulen sind nicht schlecht
Unter den regionalen Anbietern sind auch die Volkshochschulen. Sie sind deutlich preiswerter als kommerzielle Anbieter. Und die Qualität muss nicht schlechter sein. Woran es dort offensichtlich hapert, ist die Beratung und ein einführender Test, das heißt, die Auswahl des richtigen auf den individuellen Kenntnisstand und das angestrebte Level zugeschnittenen Kurses.
Darauf soll man aber bei der Auswahl des Anbieters von Sprachkursen besonders achten, meinen die Warentester: Welche Voraussetzungen bringe
ich mit? Wo will ich hin? Welche Ziele hat der Kurs und wie passt das zusammen?
Fernlehrangebote
Für Menschen, die wenig Zeit haben, die abends nicht aus dem Haus können, weil sie kleine Kinder zu betreuen haben oder die viel unterwegs sind, bieten sich Fernlehrkurse an. Man bekommt Kursmaterialien nach
Hause geschickt, entweder als Lehrbriefe oder als CD, man arbeitet sie allein durch und schickt die Ergebnisse an die Kurszentrale. Das Testergebnis hierbei ist noch schlechter als bei den Präsenzkursen.
Fazit der Tester: Die Kurse sind teuer, sie kosten zwischen 500 und 1500 Euro, das Lernen zuhause ist mühsam und macht wenig Spaß. Schon die einführende Beratung fällt meistens aus. Die fachliche Qualität der
meisten der sechs getesteten Anbieter wird schlecht bewertet. Die Lehrbriefe setzen auf das Pauken von Vokabeln und Grammatik. Der Kontakt zu den Fachbetreuern ist mäßig.
Besonderer Mangel der Fernlehrkurse: man lernt nicht richtig Sprechen. Lediglich bei einem Anbieter konnte man telefonisch Konversation mit einem Betreuer üben. Da hinken die Fernlehrinstitute erheblich hinter den technischen Möglichkeiten her, die das Internet bietet.
PC-Kurse
Getestet wurde auch Sprachlernsoftware. Da gibt es immerhin das ganze Spektrum von guter bis mangelhafter Software. Sie bietet den Lernwilligen genauso wie die Fernkurse zeitliche Flexibilität – man kann lernen wann man will. Nur der Druck dahinter ist geringer. Man hat
überhaupt keinen Ansprechpartner, der die Leistungen überprüft oder den man um Rat fragen kann. Dafür kosten sie nur einen Bruchteil des Fernlehrkurses, etwa zwischen 20 und 50 Euro.
Lieber PC-Kurse als Fernlehre
Der Rat der Warentester: Das Lernen in der Gruppe ist, bei allen Qualitätsmängeln, dem Lenen allein zuhause vorzuziehen. Wenn man aber mehr Flexibilität braucht und allein zuhause lernen will, so sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis die PC-Lernprogramme den teureren und nicht unbedingt besseren Fernlehrkursen vorzuziehen.
Literatur:
Die vollständigen Tests sind abgedruckt in dem test-Spezial-Heft „Sprachen Lernen“. Wenn man es nicht am Kiosk oder in der Buchhandlung bekommt, kann man es direkt bestellen. www.test.de
Informationen über Sprachenlernen für den Beruf wurden auf der Konferenz „Sprachen und Beruf 2008“ am 22./23. April in Düsseldorf gesammelt und ausgetauscht. Über deren Homepage kommt man an weitere Informationen,
auch über Sprachkursanbieter für berufliche Zwecke:
www.sprachen-beruf.com Quelle: Leonardo

event - Apr 25, 08:09
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