Die heiligen Tiere der Pharaonen: In atmosphärisch dichten Bildern dringt der Film tief in die Kultur des alten Ägyptens ein
Die heiligen Tiere der Pharaonen
Film von Michael Sutor auf NDR
Redaktion: Wolf Lengwenus
Ein kleiner gebogener Knochen aus einem Mumienbündel bringt Licht in die Geschichte: Vor mehr als 2.000 Jahren wurde ein Affe in einer Tempelnische gehalten, ohne Licht und unzureichende Ernährung. Ort des Geschehens: Ägypten, das Land der Pharaonen.
Für den belgischen Zooarchäologen Joris Peters von der Universität München will das so gar nicht in das Bild der Hochkultur am Nil passen. Keine andere antike Kultur hatte eine so facettenreiche und intensive Beziehung zur Tierwelt wie die der alten Ägypter.
In deren religiöser Vorstellung spielte das Tier von Anbeginn eine zentrale Rolle. Es verkörperte die guten wie die bösen Kräfte des Universums, die Manifestation der Götter und Dämonen. So konnte sich Hathor, die Schöpfergöttin, in einer Kuh inkarnieren, der Schreibergott Thot hatte die Gestalt eines Ibisses oder eines Pavians, Anubis, Herr des Totenreichs, erscheint mit dem Kopf eines Schakales, und ein heiliger Apis-Stier bekam ein Begräbnis wie ein Pharao.
Die Gründe, welche Tiere Gottheiten verkörperten und welche nicht, waren so vielfältig wie die Tiere selbst. Die giftige Kobra und das im Nil lauernde Krokodil wurden verehrt, um ihre Gefährlichkeit zu bannen, der sonnenbadende Pavian begrüßte in der Vorstellung der Ägypter den Sonnengott Ra, und der Heilige Skarabäus galt als Symbol der Wiedergeburt, weil aus seiner Dungkugel – Symbol der Leben spendenden Sonne – lauter kleine Käfer schlüpften.
In den Katakomben von Tuna el-Gebel in Mittelägypten stoßen Joris Peters und sein Team auf Millionen Mumien von Ibissen, Falken und Pavianen. Alles deutet darauf hin, dass sich hier in den späten Jahrhunderten des ägyptischen Reiches eine regelrechte Mumien-industrie entwickelt hat. Wurden die Tiere im Dienste der Priester gequält, womöglich sogar getötet? In den engen, einsturzgefährdeten Gängen von Tuna el-Gebel suchen die Wissenschaftler nach Antworten.
In atmosphärisch dichten Bildern dringt der Film tief in die Kultur des alten Ägyptens ein und beschreibt eine der ungewöhnlichsten Beziehungen zwischen Mensch und Tier, die es je gab.
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Film von Michael Sutor auf NDR
Redaktion: Wolf Lengwenus
Ein kleiner gebogener Knochen aus einem Mumienbündel bringt Licht in die Geschichte: Vor mehr als 2.000 Jahren wurde ein Affe in einer Tempelnische gehalten, ohne Licht und unzureichende Ernährung. Ort des Geschehens: Ägypten, das Land der Pharaonen.
Für den belgischen Zooarchäologen Joris Peters von der Universität München will das so gar nicht in das Bild der Hochkultur am Nil passen. Keine andere antike Kultur hatte eine so facettenreiche und intensive Beziehung zur Tierwelt wie die der alten Ägypter.
In deren religiöser Vorstellung spielte das Tier von Anbeginn eine zentrale Rolle. Es verkörperte die guten wie die bösen Kräfte des Universums, die Manifestation der Götter und Dämonen. So konnte sich Hathor, die Schöpfergöttin, in einer Kuh inkarnieren, der Schreibergott Thot hatte die Gestalt eines Ibisses oder eines Pavians, Anubis, Herr des Totenreichs, erscheint mit dem Kopf eines Schakales, und ein heiliger Apis-Stier bekam ein Begräbnis wie ein Pharao.
Die Gründe, welche Tiere Gottheiten verkörperten und welche nicht, waren so vielfältig wie die Tiere selbst. Die giftige Kobra und das im Nil lauernde Krokodil wurden verehrt, um ihre Gefährlichkeit zu bannen, der sonnenbadende Pavian begrüßte in der Vorstellung der Ägypter den Sonnengott Ra, und der Heilige Skarabäus galt als Symbol der Wiedergeburt, weil aus seiner Dungkugel – Symbol der Leben spendenden Sonne – lauter kleine Käfer schlüpften.
In den Katakomben von Tuna el-Gebel in Mittelägypten stoßen Joris Peters und sein Team auf Millionen Mumien von Ibissen, Falken und Pavianen. Alles deutet darauf hin, dass sich hier in den späten Jahrhunderten des ägyptischen Reiches eine regelrechte Mumien-industrie entwickelt hat. Wurden die Tiere im Dienste der Priester gequält, womöglich sogar getötet? In den engen, einsturzgefährdeten Gängen von Tuna el-Gebel suchen die Wissenschaftler nach Antworten.
In atmosphärisch dichten Bildern dringt der Film tief in die Kultur des alten Ägyptens ein und beschreibt eine der ungewöhnlichsten Beziehungen zwischen Mensch und Tier, die es je gab.
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event - Feb 26, 14:08
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